SPIEGEL: Präsident Mugabe, zornige Rhodesier wollen Sie umbringen ...
MUGABE: Sicher, aber wir treffen unsere Vorkehrungen. Es gibt immer Leute, die anderer Meinung sind und glauben, die einfachste Methode sei, Personen zu töten, die an Prinzipien glauben, die ihnen mißfallen.
SPIEGEL: Im Krieg haben Sie gemeinsam mit Joshua Nkomo gekämpft, aber in den Wahlen treten Sie getrennt an. Ist die Patriotische Front am Ende?
MUGABE: Es ist nicht wahr, daß wir im Krieg zusammen gekämpft haben. Wir haben nebeneinander gekämpft, und natürlich haben meine Anhänger mehr gekämpft. Schauen Sie sich nur die Zahl unserer Kämpfer in den Sammellagern an. Wir waren niemals eine Einheit in der Patriotischen Front. Wir waren eine Front, bestehend aus Zanu (Zimbabwe African National Union) und Zapu (Zimbabwe African People's Union). So bestreiten wir auch die Wahlen als "Front", aber auch als Zanu und Zapu. Letzten Endes können wir vielleicht unsere Ergebnisse vergleichen, um über eine eventuelle Allianz oder eine Koalition zu reden. Aber zunächst müssen wir die Führungsfrage klären, und die Partei mit den meisten Stimmen hat das Recht, die Regierung zu bilden.
SPIEGEL: Jeder buhlt um die Weißen -- Nkomo, Muzorewa, Sie auch?
MUGABE: Wir werden uns um die gesamte Bevölkerung bemühen, damit alle den Wandel verstehen und die Gründung einer demokratischen Gesellschaft akzeptieren. Wir werden um jeden werben, ganz gleich ob er weiß, schwarz, Mischling oder asiatischer Herkunft ist.
SPIEGEL: Viele Anzeichen sprechen dafür, daß keine Partei die absolute Mehrheit erreichen kann und deswegen eine Koalition Simbabwe regieren wird. Würden Sie mit den Weißen zusammengehen?
MUGABE: Ich glaube, wir sind stark genug, um eine Mehrheit zu erreichen. Aber falls sich die Frage stellen sollte, würden wir die Realitäten akzeptieren.
SPIEGEL: Grundsätzlich würden Sie also sogar mit Ihrem Erzfeind Ian Smith paktieren?
MUGABE: Ich weiß nicht (lacht). Wir werden sehen.
SPIEGEL: Was halten Sie vom britischen Gouverneur in Salisbury?
MUGABE: Er ist sehr parteiisch, hinterlistig und unehrlich. Wie behandelt er zum Beispiel unsere Armee: Wir sind versammelt, als ob wir uns ergeben hätten. Die rhodesischen Truppen dagegen und ihre Helfershelfer sind nach wie vor frei. Sie haben sich niemals in ihre Stützpunkte zurückgezogen, wie es der Friedensvertrag vorschreibt. So manipuliert der Gouverneur die politische Lage, das ist Betrug.
weiter Die Spiegel 11.02.1980

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